Veröffentlicht: 31.01.2012 unter Leserbriefe

Leserbrief zur erschienenen Äußerung vom 28.01. (“Forschung nicht anderen überlassen”)

Es besteht – gerade auch in Anbetracht der Erfahrung, die jeder mit der Preisgestaltung der fünf Mineralölkonzerne in Deutschland tagtäglich macht - jeder Grund zur Vorsicht, wenn sich eine Handvoll weltweit agierender Großkonzerne die Patentrechte an der Ernährung der Menschheit sichern will - zumal, wenn diese Patente mit aus verschiedenen Lebewesen (meist Pflanze und Bakterie) selbst gebauten und damit künstlich hergestellten (und nicht auf natürlichem Weg gezüchteten) Organismen, deren Auswirkungen auf unsere Umwelt nur gemutmaßt werden können, entstehen. Dass die Gentech-Sparte der BASF aus Deutschland nun in Weltregionen zieht, die für hohe rechtliche Schutzstandards und eine sinnvolle Umweltgesetzgebung nicht gerade bekannt sind, zeigt ein eigentümliches Verständnis von “Unternehmertum”. Anstatt darüber nachzudenken, warum das Bundesverfassungsgericht den Anbau von gentechnisch veränderten Organismen hier einschränkt, “beglückt” BASF mit ihren umstrittenen Produkten nun Gegenden in der Welt, in denen es eine Rechtssprechung im Sinne der Bürger eben eher nicht gibt. Mich lässt das zu dem Schluss kommen, dass die intensive Lobby-Arbeit der BASF zumindest in Europa zum Glück nicht den Erfolg hatte, den sich der Konzern davon versprach. Mal ein Lob für die Rechtssprechung des Bundesverfassungsgerichts und unser EU-Parlament!

Ralf Mattern, Wernigerode

Veröffentlicht: 31.12.2011 unter Leserbriefe

Leserbrief zum Thema “Wildtiere im Zoo”

“Quäle nie ein Tier zum Scherz, denn es fühlt wie Du den Schmerz” – ist einer jener immergültigen Sprüche aus Omas Zeiten, den die Befürworter von der Zuschaustellung von Wildtieren im Zirkus, die dort für das finanzielle Wohlbefinden ihrer Besitzer abnorme “Kunststücke” zu erleiden haben, wohl nie verinnerlichen werden. Selbst Kindergartenkinder wissen, dass Löwen in freier Wildbahn nicht in einem 15 Quadratmeter kleinen Pferch hinter Gittern ihr Leben fristen und auch nicht auf gutes Zureden in der Serengeti durch Feuerreifen springen. Wenn (Wild)Tiere zu so etwas gezwungen (oder “dressiert”) werden, nennt man dies nunmal nicht “artgemäß”, sondern “artfremd” oder deutlicher: Tierquälerei. Und wenn der Sektionsleiter der “Circusfreunde in Magdeburg” dies in Abrede stellen und damit dem Zirkus eine “artgerechte Haltung von Wildtieren” unterstellen will, ist an der Ernsthaftigkeit seines Anliegens zu zweifeln. Da sich die Zirkusidee nach seinen Aussagen nur über die “Dressur” von (Wild)Tieren definieren kann (was, wie etliche First-Class-Zirkusunternehmen mit schier unglaublichen artistischen Meisterleistungen ohne Tier”dressuren” längst erfolgreich widerlegen), ist diese Art von Zirkus dann eben zum Glück ein auslaufendes Geschäftsmodell zur Volksbelustigung – wie die Hexenverbrennung oder der Stier”kampf” in Spanien. Und wenn vom “Sektionsleiter der Circusfreunde” ausgerechnet Willy Hagenbeck als “Säulenheiliger der humanen Dressur” (ist es nicht eher eine tierische Dressur?) gelobpreist wird, ist zu fragen: Muss man denn wirklich betonen, dass wir nicht mehr im 19. Jahrhundert zu Hagenbecks Zeiten leben, als die Fotographie noch in den Kinderschuhen steckte? Heute besitzen auch finanziell weniger Potente ein Fernsehgerät, das es – je nach Bildschirmdiagonale – erlaubt, Wildtiere quasi in Originalgröße und demnächst in 3-D-Format auf zwei Meter Abstand zu sehen – und im Zweifel sogar noch etwas über deren Lebensweise in freier Natur (!) erfahren lässt. Wer sich an dem “Handstand” eines Elefanten oder Schwarzbären mit Puschel auf dem Kopf erfreut, mag ein kurioses Verständnis von Unterhaltung haben, ist aber letztlich nicht konsequent, denn: Dann sollte der “Zirkusfreund” auch das Panoptikum zurückfordern, in dem Menschen mit körperlichen Gebrechen ausgestellt worden sind. Und um letzte Zweifel der “Circusfreunde Magdeburg” zu zerstreuen: Das hier Geschriebene gilt selbstverständlich nicht nur für den Zirkus, sondern auch für Tier”parks” und Zoos mit kommerziellem Interesse.

Ralf Mattern, Wernigerode

Veröffentlicht: 04.10.2011 unter Leserbriefe

Leserbrief zur Preisverleihung durch den Lobby-Verein “Innoplanta”

Der Lobbyverein “Innoplanta” hat drei Preise an Leute vergeben, die sich für die “Grüne” Gentechnik starkgemacht haben ˆ ein Preis ging an einen Leserbriefschreiber. Abgesehen davon, dass mindestens die Hälfte des Preises auch dem Medium gehören sollte, welches diese Leserbriefe veröffentlichte, bietet diese Preisverleihung Anlass, die Methoden zu beleuchten, mit denen für die “Grüne” Gentechnik öffentlich (auch durch die Preisträger) geworben wird. So gilt der Journalist Andreas Sentker durchaus als nicht gerade “unfehlbar” in den von ihm verfassten Artikeln. So hat unter der Überschrift “Intrigant Andreas Sentker” Dr. Hans-Joachim Becker aus Heidelberg seinen Kollegen Karl Illmensee vor ungerechtfertigten Behauptungen des Journalisten nachdrücklich in Schutz genommen und obendrein schlecht recherchierte Angaben des Journalisten korrigieren müssen (Quelle: http://www.zeit.de/2001/15/Intrigant_Andreas_Sentker_Die_Chronik_des_Klonens_ZEIT). In den Leserbriefen des von Innoplanta geehrten Herrn Szibor ist es zur Regel geworden, die “Grüne” Gentechnik zu verharmlosen, durch Weglassen unliebsamer Fakten in einem besseren Licht erscheinen zu lassen oder sogar schlicht die Unwahrheit zu veröffentlichen. Hier seien nur zwei Beispiele genannt: In einem seiner veröffentlichten Leserbriefe verbreitete der Geehrte, dass Joschka Fischer als hessischer Umweltminister “den Hoechst Konzern ruiniert” hätte, indem er eine betriebsfertige Insulin-Anlage nicht genehmigte. Selbst die Anhänger der “Grünen” Gentechnik mussten Herrn Szibor “einbremsen” und ihn darauf verweisen, dass die Anlage selbst unter Schwarz-Gelb nicht genehmigt wurde und der Hoechst-Konzerne schon garnicht durch “Rot-Grün ruiniert wurde”. Im Forum der Gentechnik-Befürworter, in dem Herr Szibor kritisiert wurde, antwortete der Leserbriefschreiber: “Ich … bin der Sache aber eben nicht ganz auf den Grund gegangen.” (Quelle: http://www.transgen.de/forum/viewtopic.php?f=2&t=184). Ist ja egal: Der Leserbrief wurde abgedruckt, und irgendetwas bleibt bestimmt “hängen”. Dass Herr Szibor ansonsten auch gern die Fortschritte konservativer Züchtungsmethoden verschweigt, zeigte die in der Volksstimme veröffentlichte Leserbriefdiskussion zum Thema “Gen-Kartoffel”. Herr Szibor schwärmte ausschließlich von den vermeintlichen Erfolgen der (zu einem höheren Stärkeanteil) genetisch veränderten BASF-Kartoffel “Amflora” und verschwieg, dass es längst gelungen war, ohne Gentechnik zwei Kartoffelsorten mit ähnlichen Stärke-Eigenschaften zu züchten ˆ eine genetisch veränderte Kartoffel also überflüssig ist. Auch in der Vergangenheit wurden durch “Innoplanta” zumindest seltsame Preisverleihungen vorgenommen: Geehrt wurde 2009 z.B. Ulli Kulke (Spitzname: Hurrikan-Ulli), der schon zuvor durch abstruse Thesen auffiel ˆ z.B. als Wissenschaftsredakteur beim Axel-Springer-Verlag. Dort verfasste er Artikel (z.B. zum Thema Klimaerwärmung ˆ Tenor: “Es gibt nicht mehr oder stärkere Hurrikans”), die Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung zur Einschätzung brachte: “Bei einem derartigen Artikel hat der normale Zeitungsleser praktisch keine Chance, sich eine fundierte eigene Meinung zu bilden.” Das sind also diejenigen, die von Innoplanta geehrt werden.

Ralf Mattern, Wernigerode

Aus der japanischen Katastrophe lernen: Energiewende jetzt!
SPD Sachsen-Anhalt
Mehr Infos zur Initiative Arbeit statt Kernkraft
Für einen Harz ohne Rassismus
Nein zur Kopfpauschale - Jetzt die Petition unterstützen!
Zur Homepage der SPD im Harzkreis
Zur Homepage der SPD-Bundestagsabgeordneten Silvia Schmidt
Zur Homepage von Sigmar Gabriel
Unterstützen Sie die SPD!